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Reisebericht Arena di Verona

14. bis 17. August 2025

Unsere Mitarbeiterin Lorena Wildberger begleitete im August eine Königsklasse-Busreise nach Verona und an den Gardasee. Im Mittelpunkt dieser Musikreise standen unvergessliche Opern- und Konzerterlebnisse in der weltberühmten Arena di Verona, wo grosse Werke und herausragende Stimmen für magische Sommerabende sorgten. Sie berichtet hier von ihren eindrucksvollen Reiseerlebnissen zwischen Musik, italienischer Kultur und südlichem Lebensgefühl.

21. Januar 2026

1. Tag | Donnerstag, 14. August: Schweiz – Verona

Pünktlich konnten wir in Rütihof mit voll besetztem Bus starten. Um den Stau auf der Autobahn zu umgehen, wählte unser erfahrener Chauffeur Thomas Bachmann die attraktive Route über den Mutschellen und wechselte erst bei Urdorf auf die Autobahn.

Bei strahlendem Wetter führte uns die Fahrt über die landschaftlich eindrucksvolle Axenstrasse und weiter über den Gotthardpass, wo wir eine gemütliche Kaffeepause einlegten. Unterwegs erfuhr ich zudem, dass der Gotthard-Basistunnel der längste Eisenbahntunnel der Welt ist.

Nach einer einstündigen Mittagspause in einer gepflegten Autobahnraststätte in Italien erreichten wir Verona erfreulich früh und ohne grössere Verkehrs-hindernisse. So blieb genügend Zeit, sich vor dem Willkommensdrink um 17:30 Uhr frisch zu machen. Einige Gäste besuchten bereits am Abend die erste Oper, Carmen, in der Arena.

Das Hotel Giberti überzeugt mit seiner eleganten Ausstattung, dem freundlichen Personal sowie modern eingerichteten Zimmern mit leiser Klimaanlage und einem reichhaltigen Frühstücksbuffet. An der Rezeption stehen zudem kostenlose Kissen für den Opernbesuch zur Verfügung – besonders nützlich, wenn man auf den eisernen Stühlen sitzt, wie etwa in der Kategorie Verdi. Die Arena ist vom Hotel aus in nur etwa 15 Gehminuten, fast geradeaus, bequem erreichbar.

Auf der Piazza Bra reihen sich zahlreiche Restaurants, von denen aus man das Treiben und die Passanten beobachten kann. Besonders schön ist es, die zum Teil sehr elegante Garderobe der Opernbesucher zu bewundern. Auch wenn die Arena kein klassisches Opernhaus ist, wird doch ein gewisser Dresscode erwartet – viele Gäste geniessen es, sich für diesen besonderen Anlass chic zu kleiden.

CARMEN von Georges Bizet

Die klassische Inszenierung war beeindruckend! Mehr als 200 Darsteller, darunter auch Tiere, standen auf der Bühne und versetzten das Publikum in ein altes spanisches Dorf. Vor diesem lebendigen Bühnenbild brillierten die Solisten mit ihrem Gesang. Die Stimmung war grossartig.

2. Tag | Freitag, 15. August: Verona

Dieser Tag war ganz der wunderschönen Stadt Verona gewidmet. Am Vormittag unternahmen wir eine zweistündige Stadtführung zu Fuss durch die prachtvolle Altstadt, begleitet von unserer charmanten und kenntnisreichen Reiseleiterin Renza. Am Nachmittag hatten wir anschliessend Zeit zur freien Verfügung.

Von Renza erfuhren wir, dass Verona als Stadt des «roten Marmors» bekannt ist. Im Valpolicella-Gebiet wird nicht nur Wein angebaut, sondern auch dieser besondere Marmor gewonnen, der von zartem Rosarot bis hin zu Dunkelrot, manchmal sogar in Weiss schimmert. Er prägt nicht nur die Fassaden vieler Gebäude, sondern auch Gehwege und Plätze. Mit einem Augenzwinkern sagen die Einheimischen: „Die Stadt ist rot – wegen des Weins!“

Durch Verona fliesst der Fluss Etsch (ital. Adige), der am Reschenpass in Südtirol entspringt und nach dem Po der zweitlängste Fluss Italiens ist. Die schöne mittelalterliche Stadt ist sehr gut erhalten und gepflegt. Verlaufen kann man sich kaum, denn in wenigen Minuten erreicht man fast jedes Ziel. Verona pulsiert vor Leben: unzählige Restaurants, Cafés, Boutiquen – und natürlich viele Touristen. Doch schon wenige Schritte ausserhalb des Zentrums wird es deutlich ruhiger.

 

Ein Wahrzeichen Veronas ist die beeindruckende Arena, ein römisches Amphitheater, das sich aus der Zusammensetzung zweier Theater in elliptischer Form erklärt. Mit Platz für rund 20000 Zuschauer ist sie die grösste noch erhaltene Freiluftarena der Welt. Seit 1913 finden hier jeden Sommer etwa 60 Opernaufführungen statt. Der Name „Arena“ kommt übrigens vom lateinischen Wort für „Sand“ – und tatsächlich ist ihr Boden, auch wenn heute mit Teppich überdeckt, mit Sand versehen.

Verona gilt auch als „Stadt der Liebe“, inspiriert durch die tragische Geschichte von Romeo und Julia. Die Familien Capuleti und Montecchi haben tatsächlich in Verona gelebt, doch die berühmte Liebesgeschichte entsprang der Fantasie Shakespeares. Wie sich diese Erzählung zur Wahrheit entwickelt hat, bleibt bis heute ein Geheimnis. Tatsache ist: Touristen aus aller Welt strömen nach Verona, um Julias Haus – und gelegentlich auch das weniger bekannte Haus Romeos – zu besuchen. Viele erhoffen sich dort ein kleines Stück Glück in der Liebe. Man kann mit Recht sagen: Shakespeares Märchen ist für viele Besucher auf gewisse Weise wahr geworden.

CARMINA BURANA von Carl Orff

Das Konzert war grandios! Die Solisten begeisterten mit hervorragenden Stimmen – ein beeindruckendes 90-minütiges Erlebnis!

3. Tag | Samstag, 16. August: Sirmione und Valpolicella

Heute fuhren wir etwa eine Stunde nach Sirmione, der Perle am Gardasee, und hatten dort drei Stunden Aufenthalt, bevor wir am Nachmittag zur Weindegustation ins Valpolicella weiterreisten.

Sirmione, die schmale, langgezogene Halbinsel, ist zweifellos eine Reise wert. Die Gardasee-Riviera mit ihrem milden Winterklima und der üppigen Vegetation zieht wohlhabende Besucher an. Viele vermögende Familien oder Gäste besitzen hier ein Sommerhaus und nutzen es, um die Winterkälte zu entfliehen. Das charmante Zentrum mit dem gut erhaltenen, vieltürmigen Schloss, den verwinkelten Gassen, den zahlreichen Gourmet-Restaurants und attraktiven Läden bildet die Hauptattraktion. Auch die Besichtigung der Grotten des Catullo ausserhalb des Städtchens lohnt sich. Die Promenade der Musen entlang des Sees ist bezaubernd, und das türkisfarbene Wasser lädt zum Baden ein. Mehrere kleine Sand- oder Kiesstrände mit Restaurants laden unterwegs zum Verweilen ein.

Die Weindegustation im Weingut Agricola Corte Borghetti in Marano di Valpolicella war ein weiteres Highlight. Die sympathische Besitzerin und ihre talentierte Übersetzerin führten uns durch das kleine, familiäre Weingut, zeigten die Reben und erklärten anschaulich die Herstellung der Valpolicella-Weine Classico und Superiore, des Ripasso sowie des „Königsweins“ Amarone. Anschliessend konnten wir vier Weine in einem gemütlichen, kühlen und wunderschön gewölbten Weinkeller verkosten. An einem langen, liebevoll dekorierten Tisch wurden dazu feine Käsesorten, Brot und Olivenöl gereicht – ein rundum genussvolles Erlebnis.

 NABUCCO von Giuseppe Verdi
Die eindrucksvolle, futuristische Inszenierung begeisterte das gesamte Publikum. Die Bühnendekoration war minimalistisch gehalten, abgesehen von zwei riesigen, leuchtenden Kugeln, die sich während der Vorstellung bewegten und dabei verschiedene Muster und Farben zeigten. Alle Aufmerksamkeit wurde in die Kostüme und die Lichtgestaltung investiert. Das Ergebnis war ein spektakuläres Spiel aus Licht und Farben, bei dem das Wertvolle – die kraftvollen Stimmen des Chores und die aussergewöhnlichen Stimmen der Solisten – besonders hervorstach.
Die Geschichte von Nabucco ist aktueller denn je, weshalb diese moderne Darstellung der Oper von Verdi nicht schadete, sondern ihr im Gegenteil Ehre erwies. Diese dreistündige Darbietung war schlichtweg grossartig!

4. Tag | Sonntag, 17. August: Verona – Schweiz

Nach dem Frühstück konnten wir um 8 Uhr pünktlich abfahren. Alle waren noch ein wenig müde von der gestrigen Oper, die um Mitternacht endete. Unser erfahrener Busfahrer meisterte die Fahrt souverän über die vielbefahrene Touristenstrasse des Reschenpasses. Unterwegs erfuhren wir unter anderem, dass der grosse Stausee am Reschenpass auf Anordnung Mussolinis entstand. Nicht weniger als 150 Bauernfamilien – ein ganzes Dorf! – mussten damals umgesiedelt werden. Heute ragt noch der Kirchturm aus dem See empor. Bei niedrigem Wasserstand im Winter kann ein schmaler Weg um den Turm herumführen. Die Mittagspause verbrachten wir in einem wunderschönen Panoramarestaurant. Nachdem wir das beeindruckende Berggebiet des Vorarlbergs und Arlbergs passiert hatten und noch einen kurzen Kaffeehalt an der beliebten Autobahnraststätte Höhenems im Grenzbereich einlegten, erreichten wir reich an unvergesslichen magischen Erinnerungen schliesslich Rütihof.

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