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Reisebericht Irland - die grüne Insel

6. bis 12. Juli 2025

Unsere Mitarbeiterin Melissa Meyer begleitete im Juli eine Flug-Busreise nach Irland. Im Mittelpunkt dieser erlebnisreichen Rundreise standen die pulsierende Hauptstadt Dublin, die weltberühmte Panoramastrecke des Ring of Kerry und die dramatische Atlantikküste mit den majestätischen Cliffs of Moher. Sie berichtet hier von ihren eindrucksvollen Reiseerlebnissen zwischen atemberaubenden Landschaften, jahrtausendealter Geschichte und herzlicher irischer Gastfreundschaft.

10. Februar 2026

1. Tag | Sonntag, 6. Juli: Schweiz – Dublin

Schon am Flughafen Zürich war ich voller Vorfreude. In Dublin angekommen haben uns unser Chauffeur Tolga und Reiseleiter Richie erwartet. Das Wetter? Dublin eben – man weiss nie so genau, aber bis jetzt hielt sich das Wetter stabil.

Im Königsklasse-Luxusbus haben wir unseren Platz eingenommen und Richie begrüsste uns mit einem breiten Lächeln. Kein Wunder – seine Lieblingsmannschaft aus Cork hatte gerade das Hurling-Halbfinale gewonnen.

Was Hurling ist? Hurling ist eine extrem schnelle irische Mannschaftssportart, die mit Holzschlägern (Hurleys) und einem kleinen Ball (Sliotar) gespielt wird. Es gilt als eine der schnellsten Feldsportarten der Welt.

Sein herzliches «Céad míle fáilte», keltisch für «Hundertausendfach Willkommen», liess uns direkt wohlfühlen. Beim ersten Rundgang durch Dublin merkte ich schnell: Diese Stadt lebt. Die O’Connell Street, das elegante Custom House – Geschichte an jeder Ecke. Am General Post Office hielt ich einen Moment inne und machte ein Foto von der grossen Uhr. Richie erzählte uns, dass dies früher der klassische Treffpunkt für Verliebte in Dublin war – eine wunderschöne Vorstellung! Auch die moderne Samuel Beckett Bridge (Hafenbrücke), die wie eine Harfe den Fluss überspannt, und die typischen Reihenhäuser mit ihren weltberühmten, bunten Türen prägen das unverwechselbare Stadtbild Dublins.

Gewusst? Die Harfe ist das offizielle Nationalsymbol Irlands. Sie ziert nicht nur die Euro-Münzen, sondern auch – spiegelverkehrt – das Logo der berühmten Guinness-Brauerei.

Weiter ging es für uns in den Phoenix Park. Er gilt als grüne Oase mitten in der Stadt. Dies aufgrund der Wasserquelle die im Park liegt. Nebst dem Dublin-Trubel fühlte sich alles plötzlich ganz entspannt an. Mitten im Grün ragt ein weisses Gebäude hervor, es ähnelt fast wie dem Weissen Haus in Washington – es ist tatsächlich das Haus der Präsidentin von Irland, Catherine Connoly. Die Frage, die wir uns stellten: Ist das Weisse Haus in Washington eine Kopie von demjenigen in Irland?

Der letzte Stopp unserer Stadtrundfahrt führte uns zur St. Patrick’s Kathedrale. Unser Guide Richie hat uns durch die bewegte Geschichte des Ortes mitgenommen – und für einen kurzen Moment habe ich mich gefühlt, als wäre ich mittendrin.

Es ist eine Geschichte, die beinahe anders geendet hätte. Denn wer im 19. Jahrhundert an diesem Ort stand, blickte auf eine baufällige, dem Verfall nahe Kathedrale. Dass wir das Bauwerk wieder in seiner vollen Pracht bewundern können, verdanken wir Sir Benjamin Guinness, dem Enkel des berühmten Brauereigründers. Er machte die grosszügige Offerte, die gesamte Renovation zu finanzieren. Als Dank für diese Rettung wurde ihm die grosse Statue vor der Kathedrale gewidmet.

Mit diesem Wissen im Kopf blieb ich draussen einen Moment stehen, schaute nach oben zu dem beeindruckenden Bauwerk und liess die Ruhe auf mich wirken. Und siehe da, das Dublin-Wetter machte sich erkenntlich: Die Sonne strahlte aus den grauen Wolken hervor und es begann sanft zu nieseln.

2. Tag | Montag, 7. Juli: Dublin – Galway

Die Fahrt Richtung Westküste begann gemütlich. Clonmacnoise liegt friedlich am längsten Fluss Irlands, dem Shannon. Mit einer Geschichte von über 1400 Jahren und obwohl der Ort so viel Leid und Überfälle erlebt hat, strahlte er eine unglaubliche Ruhe aus. Ich hatte das Gefühl, die Zeit sei hier einfach stehen geblieben. Mittagessen gab es in einer ehemaligen Festung direkt am Fluss «Shannon». Auf Richies Empfehlung entschieden sich die meisten für das Menü Lachs mit Cream Cheese – und ich kann sage, ich war mehr als begeistert. Manchmal sind es genau diese kleinen Tipps, die man nie vergisst.

Auf der Weiterfahrt begann Richie plötzlich zu singen – ein irisches Folks-Lied, mitten im Bus. Ich musste schmunzeln, es war einfach grossartig. Gegen den späten Nachmittag erreichten wir das kleine Städtchen Galway. Ich kannte die Stadt bisher nur aus dem Lied von Ed Sheeran – jetzt war ich wirklich da. Das Latin Quarter sowie die spanischen Einflüsse beeindruckten mich sehr. Spanien war und ist immer noch ein wichtiger Handelsparnter von Galway - das wusste ich  nicht. Galway fühlte sich sofort lebendig und offen an.

3. Tag | Dienstag, 8. Juli: Connemara (fak.)

Auf diesen Tag habe ich mich am meisten gefreut. Für uns ging es nach Connemara, das Herzen Irlands. Richie erzählte uns, dass Connemara 32 Grafschaften (Kantone) besitzt und der Name vom Krieger «Conne» kommt, welcher vor vielen Jahren tausende Schlachten hinter sich brachte. Mir fehlen selten die Worte, aber die Landschaft hat mich sprachlos gemacht. Wirklich. Diese Landschaft – ich wusste gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Hügel, Moore, Steinmauern, Wolken, Sonne, wieder Wolken… Das Wetter spielte mit Licht und Schatten, und mir blieb mehr als einmal der Atem stehen. Gleichzeitig spürte man die schwere Geschichte der Hungersnot – das ging mir nahe.

Und dann, fast wie aus dem Nichts, lag sie plötzlich vor uns am Ufer eines Sees: die Kylemore Abbey. Das von Benediktinerinnen geführte Kloster wirkte im feinen Nieselregen fast unwirklich, wie aus einem Märchen. Und dann der Apple Pie der Nonnen… ehrlich: einer der besten, die ich je gegessen habe. Allein dafür hätte sich der Besuch gelohnt.

Gewusst? In dieser Gegend wird noch aktiv Gälisch gesprochen, und ich hatte das Gefühl, im Herzen Irlands angekommen zu sein.

4. Tag | Mittwoch, 9. Juli: Cliffs of Moher

Das Burren-Gebiet fühlte sich an wie eine andere Welt. Karg, steinig, still – und doch voller Geschichte. Ich fand es faszinierend, wie viel Leben in dieser scheinbar leeren Landschaft steckt.

An den Cliffs of Moher schien das Wetter zunächst nicht auf unserer Seite zu sein – dichter Nebel und feiner Nieselregen empfingen uns. Aber Richie meinte mit einem Lächeln, wir sollen die Hoffnung nicht aufgeben: Manchmal müsse man in Irland nur 15 Minuten warten. Also tat ich genau das. Ich stand in den Wolken, sah kaum die Hand vor Augen und hörte nur das mächtige Tosen des Atlantiks irgendwo unter mir in der Tiefe. Und tatsächlich: Plötzlich kam Wind auf, der die grauen Nebelschwaden wie einen Vorhang beiseitezog. Der Moment, als die Klippen majestätisch aus dem Nichts auftauchten, war pure Magie. Ich trat näher an den Rand und blickte in die 215 Meter Tiefe. Diese unendliche Weite, mit den Aran-Inseln, die sich in der Ferne erahnen liessen, war überwältigend. Ich hätte ewig dort stehen können.

Der Kontrast dazu am Nachmittag hätte kaum grösser sein können. Wir besuchten Adare, welches oft als das «schönste Dorf Irlands» bezeichnet wird. Nach der rauen, dramatischen Natur am Vormittag wirkte dieser Ort mit seinen perfekt gepflegten, reetgedeckten Häusern wie eine liebevoll gestaltete Puppenstube aus einer anderen Zeit.

Man könnte meinen, der Tag sei nach all diesen Eindrücken vorbei gewesen, doch als wir in unserer typisch irischen Unterkunft «Ballygarry House» in Tralee ankamen, hatte Richie noch eine Überraschung für uns: einen Besuch der Show von «Celtic Steps». Die Energie, die Musik, der Tanz, es war wirklich Irlands Seele in jedem Klang und Schritt. Ein unvergesslicher Abschluss für einen unvergesslichen Tag.

5. Tag | Donnerstag, 10. Juli: Ring of Kerry

Den Auftakt zu diesem unvergesslichen Tag bildete ein Halt im The Red Fox Pub. Die Beiz war genau so, wie man sich ein Pub in Irland vorstellt: urig, gemütlich und voller Charakter. Ich selbst mag zwar keinen Irish Coffee, doch das begeisterte Feedback der anderen Gäste sprach Bände und trug zur bereits grossartigen Stimmung bei.

Danach begann unsere eigentliche Reise auf dem Ring of Kerry. Die Route führte uns zum kleinen Ferienort Killorglin und entlang der Küste nach Waterville, einem charmanten Ort, der untrennbar mit Charlie Chaplin verbunden ist. Er verbrachte hier regelmässig seine Ferien, woran heute eine Statue erinnert. Wir hatten einige Minuten Zeit zur freien Verfügung, also machte ich mich auf den Weg an den Strand, wo ich die Stille des Wassers genoss und Hirtenhunden beim Spielen beobachtete. In Sneem legten wir einen Mittagshalt ein. Bei der Weiterfahrt hielt Tolga immer wieder an, damit wir die Aussicht geniessen konnten: Blicke auf das tiefblaue Meer, die schroffen Klippen und die endlosen, grünen Hügel, die in der Sonne leuchteten.

Mitten in dieser ganzen Postkarten-Idylle des Ring of Kerry machten wir dann einen Halt, der uns das wahre, lebendige Herz dieser Region zeigte: die Kissane Sheep Farm im Killarney Nationalpark. Dort erwarteten uns 2’000 Schafe, 1’500 Lämmer und die unglaublich flinken Border Collies! Ich war hin und weg. Die Lämmer waren so herzig, dass ich sie am liebsten eingepackt hätte. Ich hätte ewig dort bleiben können… Zudem erhielten wir einen Einblick, wie die Schafe in den Monaten Juni bis August geschoren werden. Für mich definitiv ein weiteres Highlight dieser Reise. 

Zum Abschluss des Tages besuchten wir die Gärten des Muckross House, einem beeindruckenden viktorianischen Herrenhaus. Richie erzählte uns, dass dieser Ort eine besondere Bedeutung für das ganze Land hat: Das Anwesen war ein Geschenk an den irischen Staat und wurde 1932 zu Irlands allererstem Nationalpark. Vor dieser historischen Kulisse wirkten die riesigen, gepflegten Gärten besonders ruhig und fast schon meditativ – ein perfekter Ort zum Durchatmen.

6. Tag | Freitag, 11. Juli: Cashel – Liffey Valley, Dublin

Ich konnte kaum glauben, dass es schon der letzte Tag war. Und dann auch noch 26 Grad – besser hätte es nicht sein können.

Der Rock of Cashel beeindruckte mich sofort. Hoch oben auf dem Kalksteinfelsen, mit Blick über die Ebene – man spürt hier förmlich die Geschichte der Könige von Munster und der Kirche. Ich stand da und dachte, wie viele Menschen hier wohl schon vor mir gestanden haben. 

Danach tauchten wir im Russborough House in die Welt des irischen Landadels ein. Das prachtvolle Herrenhaus ist berühmt für seine Architektur und die hochkarätige Kunstsammlung, die es einst beherbergte. Man konnte sich richtig vorstellen, wie hier früher das gesellschaftliche Leben pulsierte. Die Anfahrt dorthin war schon ein Erlebnis für sich: Die lange Allee, die engen Strassen – unser Chauffeur Tolga meisterte alles souverän, sogar als ein Mähdrescher entgegenkam. Der Besuch wurde mit einem typischen Tee und riesigen Scones abgerundet – ein perfekter, gemütlicher Abschluss. Am Abend sassen wir noch zusammen, tranken einen Cider (unbedingt probieren!) und liessen die Reise Revue passieren.

7. Tag | Samstag, 12. Juli: Rückflug Dublin – Zürich

Am nächsten Morgen ging es zurück in die Schweiz – mit vielen Erinnerungen im Gepäck, grossartigen Begegnungen und dem Gefühl, ein kleines Stück Irland im Herzen mitzunehmen.

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