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Reisebericht Korsika & Provence

17. bis 24. Mai 2025

Unsere Mitarbeiterin Jelena Shum begleitete im Mai eine Königsklasse-Busreise nach Korsika. Die Mittelmeerinsel verzaubert mit wildromantischen Landschaften, charmanten Küstenorten und einer einzigartigen Kultur, die französische Eleganz mit italienischem Flair verbindet. Sie berichtet hier von ihren eindrucksvollen Reiseerlebnissen auf einer Insel voller Kontraste und Charakter.

07. Januar 2026

1. Tag | Samstag, 17. Mai: Schweiz – Provence

Wir starten die Reise im Königsklasse-Luxusbus von der Schweiz aus. Ich steige im Terminal in Rütihof ein. Es herrscht geschäftiges Treiben, denn es sind einige Abfahrten. Johannes, unser Chauffeur, nimmt uns in Empfang und los geht die Reise Richtung Provence.


Mittagshalt machen wir in Annecy. Annecy wird zu Recht auch das «Venedig der Alpen» genannt. Die Thiou fliesst durch die Gässchen des Städtchens und weiter in den Lac d’Annecy. Es gibt viele kleine Brücken, und die ganze Altstadt ist zauberhaft. Ich kaufe mir eine Focaccia und setze mich mit meinem Mittagessen weiter oben an den See. Der Lac d’Annecy ist eingebettet zwischen den Bergen, und ich geniesse die schöne Aussicht.

Nach diesem schönen Halt fahren wir weiter bis nach Orange, wo wir die erste Nacht verbringen und ein gemeinsames Abendessen geniessen. Bevor es ins Hotel geht, macht Johannes noch eine kleine Panoramafahrt mit uns – vorbei am Triumphbogen und am antiken Theater.

2. Tag | Sonntag, 18. Mai: Provence – Toulon

Heute fahren wir nach Cassis. Die kleine Hafenstadt liegt bilderbuchhaft in einer Bucht. Es findet gerade das jährliche Weinfest statt, mit Umzug, Tanz und Musik in traditioneller Tracht.
 

Wir haben viel freie Zeit, und ich entscheide mich spontan für eine Bootsfahrt in die Calanques. Die Calanques sind Kalksteinklippen, die kleine Fjorde bilden. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde, und ich bin beeindruckt von diesem einzigartigen Landschaftsbild.


Nach unserem Stadtbesuch geht es nach Toulon, wo wir auf die Fähre einschiffen, auf der wir auch übernachten werden. Der Tag endet mit einem schönen Sonnenuntergang von der Fähre aus.

3. Tag | Montag, 19. Mai: Bastia – Cap Corse – Calvi

Um 7 Uhr morgens kommen wir in Korsika an. Unsere Reiseleiterin Charlotte, die uns die ganze Woche begleiten wird, steigt zu. Nachdem wir den Hafen verlassen haben, startet unsere Panoramafahrt Richtung Cap Corse. Wir fahren der Küste entlang und geniessen die schöne Sicht aufs Meer. Wir machen Zwischenstopps, sehen kleine Küstendörfer und besuchen eine der Zitadellen an der Küste. Weiter oben in den Bergen haben wir eine atemberaubende Aussicht auf das Meer. Vorbei am schwarzen Strand von Nonza, geht es weiter zum nördlichsten Zipfel der Insel, dem „Daumen“ von Korsika.


Mittagsstopp machen wir in Saint-Florent, einem Küstenort. Charlotte empfiehlt eine Pizzeria – das klingt gut, denke ich mir. Und sie hat recht: Der Teig ist luftig, die Zutaten frisch – eine der besten Pizzen, die ich je gegessen habe, auch wenn wir nicht in Italien sind.

Satt machen eine Mitreisende und ich uns noch auf zum Aussichtspunkt, von dem aus man auf das Städtchen blickt, das an einer türkisfarbenen Bucht liegt. Auf dem Rückweg kaufen wir noch korsische Erdbeeren, nachdem Charlotte uns von der Vielfalt der korsischen Früchte und Gemüsesorten erzählt hat.
Bei unserem nächsten Stopp sehen wir viele verschiedene Blumenarten und sogar einen mehrere hundert Jahre alten Eukalyptusbaum.


In Calvi übernachten wir in einem Hotel mit Meerblick. Wer möchte, begleitet Charlotte noch zur Zitadelle, wo uns ein weiterer schöner Ausblick erwartet, bevor wir zum gemeinsamen Abendessen ins nahegelegene Restaurant gehen.

4. Tag | Dienstag, 20. Mai: Calvi – Calanches – Ajaccio

Heute geht es in die Berge. Ehrlich gesagt konnte ich mir kaum vorstellen, dass Korsika hohe Berge hat – aber ich werde eines Besseren belehrt. Johannes chauffiert uns durch enge Bergstrassen immer weiter hinauf, bald sind wir von einer beeindruckenden Bergkulisse umgeben.
Die Strassen sind kurvig und schmal – ich bin gleichzeitig beeindruckt von Johannes’ Fahrkünsten und froh, nicht selbst fahren zu müssen.
Charlotte erzählt uns von frei lebenden Schweinen, Kühen und Ziegen – und tatsächlich: Immer wieder sehen wir Tiere am Wegesrand. Das (Wild-)Schweinefleisch ist hier besonders, da sich die Tiere unter anderem von Kastanien ernähren.
Charlotte hat für die, die möchten, das Mittagessen vorbestellt. Ich bekomme ein Omelett mit Kartoffeln – sehr fein. Kurz frage ich mich, ob sie mir wohl das Rezept geben würden.

Das Wetter ist wechselhaft, aber wir haben Glück: Während wir im Restaurant sind, regnet es, danach klart es wieder auf – rechtzeitig für die Fahrt in die Calanches.
Dort erwarten uns spektakuläre Felsformationen aus rotem Granit. Wir sehen sogar ein Herz, das durch zwei Steine geformt wird.
Weiter geht es nach Ajaccio, der Hauptstadt Korsikas. Im Feierabendverkehr beginnt es plötzlich in Strömen zu regnen, doch als wir beim Hotel ankommen, hat es aufgehört – perfekt für den trockenen Koffertransport. Das Hotel liegt am Hafen.
Wir lassen diesen aufregenden Tag bei einem gemeinsamen Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant ausklingen. Mein kleines Highlight: der feine Apfelkuchen.

5. Tag | Mittwoch, 21. Mai: Ajaccio

Am nächsten Morgen treffen wir uns zur Stadtführung. Erster Stopp: das Napoleon-Denkmal. Napoleon wurde in Ajaccio geboren, und das sieht man – sein Gesicht begegnet einem als Statue oder Souvenir an jeder Ecke.
Charlotte zeigt uns die Stadt mit ihren Gassen, die von bunten Fähnchen überspannt sind. Wir sehen das Geburtshaus Napoleons, schöne Kirchen und beenden die Führung am Markt – genau zur Mittagszeit.
Ich hole mir ein korsisches Gebäck und einen frisch gepressten Saft. Das Gebäck wird «bastelle» genannt: Eine Teigtasche mit Mangold gefüllt.
Am Nachmittag nutze ich die freie Zeit, um durch die Geschäfte zu bummeln. Ich kaufe Postkarten und schreibe sie gemütlich in einem Café mit Blick auf das bunte Treiben.
Nach einer kurzen Auffrischung im Hotel treffen wir uns wieder im Restaurant vom Vortag. Heute gibt es Fisch –  der ist sehr gut, aber mein Highlight ist wieder das Dessert: ein Schoggi-Lavakuchen mit einer Kugel Vanilleglace. Gesättigt geht es zurück ins Hotel.

 

6. Tag | Donnerstag, 22. Mai: Ajaccio – Bonifacio – Porto Vecchio

Heute fahren wir nach Bonifacio – auf diesen Stopp freue ich mich besonders. Ich habe schon viele Bilder von der Stadt hoch oben auf den weissen Kreidefelsen gesehen.
Das Wetter ist wechselhaft – bewölkt, windig, etwas kühl – aber wir bleiben von starkem Regen verschont.
Auf dem Weg halten wir an einem Aussichtspunkt über der Bucht von Roccapina, die von einem «Löwen» aus Stein bewacht wird – einer Felsformation.
In Bonifacio erhalten wir eine Stadtführung mit spannenden Details. Immer wieder eröffnet sich uns der fantastische Blick von den Klippen hinab aufs Meer.
Danach bleibt freie Zeit, die ich nutze, um Souvenirs zu kaufen. Besonders gefällt mir ein Set Untersetzer aus Olivenholz.
Weiter geht es nach Porto Vecchio, wo wir unsere letzte Nacht an Land verbringen – in einem schönen Hotel am Meer.

7. Tag | Freitag, 23. Mai: Porto Vecchio – Toulon

Schon ist unser letzter Tag auf Korsika angebrochen. Vom Hotel aus sehe ich einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Meer. Danach fahren wir nach Bastia, wo wir unsere Inselrunde abschliessen werden. Auf dem Weg machen wir Halt Solenzara. Dort hat es ein ewig langer Strand und wir haben Glück und sehen die Patrouille de France beim Übungsmanöver.

Zuerst steht noch eine Stadtführung an. Genau beim Start erwischt uns ein Platzregen – wir flüchten in die nahegelegene Kirche Oratoire de l’Immaculée Conception, deren opulente Dekoration mich beeindruckt.
Danach klart es auf – der Rest der Führung bleibt trocken, teils sogar sonnig. Vom kleinen Hafen aus hat man einen pittoresken Blick auf die Altstadt und die Kirche Saint-Jean-Baptiste mit ihren zwei Türmen.
Charlotte erklärt, dass manche Häuser nicht renoviert werden, weil unklare Erbregelungen eine Sanierung verhindern.

Wir geniessen Bastia in der freien Zeit, bevor wir mit dem Bus zum Hafen fahren, wo unsere Fähre bereits auf uns wartet. Charlotte verabschiedet sich von uns.
Als wir mit der Fähre nordwärts entlang der Küste schippern, verabschieden wir uns von Korsika – mit einem letzten, wunderschönen Sonnenuntergang.

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