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Testbericht

Südschweden und Dänemark

13. bis 21. Juni 2023

Ist die Rede von Schweden, kommt mir immer viel Fröhliches in den Sinn: Pippi Langstrumpf, Michel von Lönneberga, aber auch die romantischen Filme von Inga Lindström. Oder die grossen Marken wie H&M, Ikea und die Automarken Volvo, Saab und Scania. An Stockholm, der Hauptstadt Schwedens, gefällt mir das viele Wasser und die überschaubare Altstadt. Diese weltoffene Metropole habe ich bereits zweimal besucht und kenne mich dort etwas aus. Deshalb bin ich nun vor allem neugierig auf die Fahrten durch Südschweden und durch Dänemark vom Norden Richtung Süden, wo wir in Kopenhagen die letzten zwei Tage verbringen werden. Ich freue mich auf die exklusiven modernen Bauten am Hafen, aber auch den nostalgischen Nyhavn, dessen bunte Häuserzeile alle Ansichtskarten schmückt.

15. September 2023

1. Tag | Dienstag 13. Juni: Zürich – Stockholm

Der Flug von Zürich nach Stockholm/Arlanda findet bei strahlendem Sonnenschein statt. Bereits beim Anflug haben wir einen herrlichen Blick auf die Schären südlich von Stockholm. Die unzähligen Inseln werden wir bereits am Folgetag mit dem Schiff besuchen. Aber zuerst müssen wir nun auf dem Flughafen «unseren» Werner finden. Er wird uns die nächsten 8 Tage durch Südschweden und Dänemark chauffieren. Mit 30 Gästen im Schlepptau marschiert er zum nahen Bus, der auf dem für Twerenbold reservierten Parkplatz steht. Bereits hat der Feierabendverkehr eingesetzt und so dauert die Fahrt zum Stadthotel über eine Stunde. Das wunderbar zentral gelegene Hotel ist perfekt für uns – für den Chauffeur aber tatsächlich eine Herausforderung, die er aber mit Bravour meistert. Der Begrüssungsapéro findet im Innenhof statt. Dort stellt uns Werner das ganze Wochenprogramm vor und beim Anstossen lernt man sich schnell besser kennen. Das anschliessende Nachtessen vom Buffet im trendigen Restaurant geniessen wir sehr, haben wir doch seit langem nichts mehr gegessen (ich trauere immer noch der Verpflegung im Flugzeug nach, die es einst gegeben hat...). Da es hier im hohen Norden ja im Sommer gar nicht richtig dunkel wird, ist es ganz logisch, dass man bei strahlend blauem Himmel noch etwas um die Häuser zieht – um 22 Uhr.

2. Tag | Mittwoch, 14. Juni: Stockholm, Ausflug Schärenfahrt

Am zweiten Tag sind wir mit Pia unterwegs; die schwedische Stadtführerin sitzt vorne beim Chauffeur und so drehen wir unsere Runden und lernen Schwedens Hauptstadt kennen. Tatsächlich kommen wir immer wieder an bekannten Objekten und Gebäuden vorbei. Stockholms City ist überschaubar. Beim Stadthaus – «Stadshus» - steigen wir aus und gehen ein paar Schritte; mit einem Audio-Guide im Ohr, damit wir die zahlreichen Erläuterungen von Pia gut verstehen. Weiter geht die Rundfahrt über die einzelnen Inseln: Djurgarden mit dem Vasamuseum, Freilichtmuseum Skansen etc., Skeppsholmen mit den bunten Skulpturen von Nicki de St. Phalle und dann entdecken wir zu Fuss die reizende Altstadt von Gamla Stan mit den berühmten farbigen Bürgerhäusern.

Dort kaufe ich mir endlich die erste Zimtschnecke (Kanelbullar) – mmh, jetzt bin ich richtig in Schweden angekommen. Um die Mittagszeit ist Wachablösung beim Königsschloss  – ein besonderes Spektakel. Vorher verabschieden wir uns von unserer Stadtführerin, denn am Nachmittag haben wir eine fakultative Schiffsfahrt durch die Schären. Bei diesen sommerlichen Temperaturen geniessen wir die Zeit auf dem Wasser. Die fast dreistündige Schiffsfahrt nach Vaxholm und zurück, vorbei an den grünen Schäreninseln, ist sehr entschleunigend. Das wird mir bewusst, als wir wieder zurück im Hafen sind und im Feierabendverkehr zu Fuss individuell den Abend gestalten. Der Besuch der Markthalle «Saluhall» im Östermalm-Quartier ist bei dieser Hitze sehr passend. Das elegante Ambiente in der gekühlten Halle lädt zum Flanieren ein. Ein erfrischender Cocktail rundet diesen Ausflug ab. Auf dem Weg zum Hotel gibt es viele Restaurants an der Sonne, meistens gut beschallt und gut besucht, so entscheiden wir uns für ein Lokal in einer der schattigen, ruhigen Nebenstrassen: auch dort speist man vorzüglich!

3. Tag | Donnerstag 15. Juni: Stockholm, Ausflug Sörmland, Mariefred

Wiederum geniessen wir im modern gestylten Innenhof des Hotels das reichhaltige Frühstückbuffet. Unser heutiger Ausflug führt in den Westen, über Södertälje nach Mariefred. Nach rund einer Stunde erreichen wir das hübsche Städtchen mit dem wunderschönen Schloss Gripsholm. Mit der idyllischen Lage direkt am Wasser und seinen unverwechselbaren ziegelroten Mauern und Türmen gehört Gripsholm zu den schönsten und bekanntesten Schlössern Skandinaviens. Dort erwartet uns Klaudia, um uns die Schloss-Geschichte zu erzählen. Das Interieur der rund 50 Räume ist in erstaunlich gutem Zustand. Forsch und amüsant erzählt sie von den Königen der letzten Jahrhunderte; wir hätten ihr noch lange zuhören können.

Die Stunde ist im Flug vorbei und wir verlassen das königliche Gebäude, um uns die offizielle Kaffeepause – eine «Fika» – mit einer Zimtschnecke zu versüssen. Es bleibt noch etwas Zeit; diese nutzen die einen, um auch den Dorfkern mit den schmucken bunten Holzhäusern zu bestaunen. Weiter geht es ins südliche Trosa in Sörmland. Auf dem Weg scheint mir die Gegend sehr bekannt. Allen, die bereits romantische Fernsehfilme von Inge Lindström gesehen haben, wird es auch so ergehen. Hier sind die Drehorte für all diese Filme. In der charmanten Hafenstadt Trosa, mit den vielen Yachten und Booten, verbringen wir gerne die Mittagspause. Entlang dem Kanal stehen pastellfarben bemalte Holzhäuser. Originelle Gasthäuser und Cafés laden zum Verweilen ein. Bei fast dreissig Grad suchen alle gerne ein Plätzchen am Schatten. Der Ort soll übrigens der erste Badeort Schwedens für Touristen gewesen sein.

Auf der Rückfahrt nach Stockholm überrascht uns Werner mit einem romantischen Inga-Lindström-Film auf dem Monitor. Das passt einfach perfekt – wir entdecken im Film immer wieder Gebäude, die wir heute just besucht haben. Pünktlich bei der Einfahrt zu unserem Hotel ist der Film fertig – und Werner bleiben Zusatzrunden im Feierabendverkehr erspart.

4. Tag | Freitag, 16. Juni: Stockholm – Jönköping – Nassjö

Nach drei Übernachtungen in Stockholm müssen wir nun unsere Koffer packen. Wir fahren über Linköping ins südliche Nassjö, fast 300km von Stockholm entfernt. Auf der Autobahn herrscht viel Verkehr und die Gäste dösen einfach noch einmal eine Runde. Nach gut zwei Stunden kommen wir in Berg an, wo wir unsere erste Pause machen. Dieser Ort ist bekannt wegen der Schleusentreppe, dank dieser können die Boote mittels sieben Schleusen eine Höhe von fast 19 m überwinden. Die Schleusen verbinden den Götakanal mit dem See Roxen. Leider kommt während unserem Aufenthalt kein Boot, gerne hätten wir diesem Transport beigewohnt. So genehmige ich mir halt aufgrund der grossen Hitze ein leckeres Eis und spaziere noch kurz um die dortige Minigolfanlage.

Bald geht es weiter und das im herrlich klimatisierten Bus. In Gränna machen wir Mittagspause, es liegt am zweitgrössten See Schwedens, dem Vättersee. Bezaubernde Läden schmücken die Hauptstrasse. Besondere Beachtung finden die rot-weiss gestreiften Markisen an den Shops, denn hier werden die berühmten Zuckerstangen verkauft: die Polkagris. Diese traditionsreichen Süssigkeiten gibt es in allen Geschmacksrichtungen und Formen. Das Original kennt man als rot-weissen «Spazierstock». Im Bus finden wir bei unserer Rückkehr von der Mittagsrast eine süsse Überraschung vor; Werner hat für uns alle einen Beutel mit den typischen Süssigkeiten auf den Sitz gelegt – kleine Geschenke, die Freude bereiten! Herzlichen Dank!

Da wir zeitlich eher früh unterwegs sind, fahren wir dem «Vätter» entlang ins südlich gelegene Jönköping. Dort ist mächtig was los. Die Abiturienten feiern ihren Schulabschluss. Auf der Ladebrücke von bunt geschmückten LKWs (meistens Scania) tanzen und singen hunderte junge Leute ausgelassen zu lauter Musik, die aus den grossen Boxen erschallt. Kennzeichen der fröhlichen Bande sind die weissen persönlich beschrifteten Schirmmützen, die jeder sichtlich mit Stolz trägt. Auch in der Fussgängerzone trifft man immer wieder auf die speziell herausgeputzten und ausgelassenen Jugendlichen. Nach diesem aussergewöhnlichen Intermezzo fahren wir nochmals ca. 40km bis nach Nassjö, wo wir im zehngeschossigen modernen Hotel Högland im Zentrum des Städtchens übernachten. Da das Nachtessen nicht inbegriffen ist, gestaltet jeder seinen Abend ganz nach seinem Gusto.

5. Tag | Samstag, 17. Juni: Nassjö – Göteborg – Ålborg

Wir fahren pünktlich von Nassjö weg und erreichen Göteborg über die Autobahn in knapp zwei Stunden. Linkerhand ragen Riesenräder und Achterbahnen in den Himmel: sie gehören zum grössten Vergnügungspark Skandinaviens, dem Liseberg. Bald erreichen wir das Hafenbecken mit den mächtigen Hafenkränen und den riesigen Schiffen. Werner zeigt uns kurz das Terminal; dort werden wir am Nachmittag einchecken. Zuerst machen wir mit Ingrid, die die Schweiz ja so liebt, eine Stadtrundfahrt. Durch den Keillers Park fahren wir zum Aussichtspunkt des höchsten Berges um Göteborg, der Ramberget mit seiner stattlichen Höhe von 87 Metern. Wir haben eine wahrlich tolle Übersicht auf die Stadt. Überragt wird diese vom Karlatornet Hochhaus mit seinen stattlichen 245 Meter Höhe und 74 Stockwerken.

In den zwei Stunden zeigt sie uns so viele Sehenswürdigkeiten, dass man das Gefühl nicht loswird, dass man unbedingt noch einmal nach Göteborg herkommen sollte. Während der freien Zeit besuche ich noch die originelle Markthalle, die alte Post, die zu einem Hotel umgebaut wurde und bummle noch etwas in den Einkaufsstrassen.

Um 14.30 Uhr holt uns Werner am Treffpunkt ab, damit wir genügend Zeit haben, um beim Fährhafen einzuchecken. Er lädt uns beim Terminal aus und fährt mit dem Bus zur Fähre. Fussgänger wie wir, müssen den anderen Eingang nehmen. Auf dem riesigen Schiff verbringen wir dann die nächsten drei Stunden bis wir in Frederikshavn ankommen.

Alles klappt wunderbar und der Bus steht schon wieder bereit zum Einsteigen. Weiter geht es nun nach Ålborg, ca. 65 km in den Südwesten Dänemarks. Das Hotel liegt unweit vom Zentrum, neben einem Park. Da ich unbedingt noch ein paar Schritte gehen möchte, deponiere ich das Gepäck kurz im Zimmer und marschiere zügig zum Fluss Limfjord, wo die wunderbare Abendstimmung viele Leute ans Wasser lockt. In den Quartieren hat es trendige Bars und Restaurants, die gut besucht sind. Ich würde gerne noch verweilen, aber die Pflicht ruft.

So viele Eindrücke müssen unbedingt zu Papier gebracht werden. In dem grosszügig eingerichteten Zimmer ist es richtig exklusiv – leider stört die Musik von einem nahen OpenAir-Anlass die Idylle etwas, der laute Bass raubt uns dann auch noch den Schlaf... Erstaunlicherweise ist aber noch vor Mitternacht plötzlich Schluss.

6. Tag | Sonntag, 18. Juni: Ålborg – Århus – Odense

In äusserst angenehmer Atmosphäre frühstücken wir im trendigen Restaurant im dänischen Design. Sehr schön und sehr, sehr lecker. So startet man doch gerne in den Sonntag. Die Koffer sind bereits gepackt und weiter geht es ins südliche Århus, der zweitgrössten Stadt Dänemarks. Mit Stadtführerin Marianne spazieren wir gemächlich durch die City, vorbei an geschichtsträchtigen Bauten. Besonders gefällt mir «Mollestien», das ist eine Strasse im historischen Viertel in Indre By; bezaubernde farbige kleine Häuschen mit wunderschönen Blumen geschmückt, zieren die kopfsteingepflasterte Strasse.

Weiter geht es dem Kanal entlang und ich hoffe, dass wir es auch noch bis ins Hafengelände schaffen. Dem ist nicht so, es geht stattdessen ins Einkaufsviertel zum Kaufhaus Salling. Zuoberst befindet sich eine riesige Dachterrasse; von dort hat man eine eindrucksvolle Rundsicht über die Stadt.

Jetzt geht es zum Treffpunkt mit Werner beim Musikhuset. Dort verabschieden wir uns von Marianne, platzieren die Jacke im Bus – denn wir haben wieder sehr warmes Wetter – und haben noch gut zwei Stunden freie Zeit. Eigentlich wollte ich unbedingt noch zum Hafen, das wird leider doch etwas zu knapp. Gemeinsam besuchen wir das Freilichtmuseum «Den Gamle By». Mitten in Århus wurde ein Stadtviertel aufgebaut, das die städtische Kultur über mehrere Jahrzehnte aufzeichnet. Von 1864 bis 2014 werden nebst Wohnhäusern verschiedene Läden und Handwerke präsentiert. In der Bäckerei wird traditionelles Gebäck angeboten und im Café Bonnich bekommt man Kaffee, heisse Schokolade und leckere Torten. Ein sehr gelungener Ausflug in die Vergangenheit bietet die Strasse ab «1960»: hier findet man ein Fotogeschäft, ein Reisebüro, Autos und Motorräder und man wird fast etwas nostalgisch, da uns das an unsere Jugend erinnert.  

Auf der Weiterfahrt nach Odensee wird es ruhig im Bus, sind wir doch langsam etwas müde, da es auch richtig schwül ist. Wir fahren weiter südlich, überqueren den Vejle Fjord und verlassen Jütland über den kleinen Belt. Jetzt sind wir schon auf Fünen und bald sind wir in Odensee. Bekannt ist der Ort, da es die Heimatstadt des berühmten Märchenerzählers Hans Christian Andersen ist. Ich bin gespannt, was uns hier diesbezüglich erwartet. Zuerst heisst es aber Zimmer beziehen, wenn es auch nur für eine Nacht ist. Das gemeinsame Nachtessen wird uns im nahen Restaurant Gronttorvet serviert. Es ist eine typisch dänische Mahlzeit: Stegtflaesk (Schweinebraten mit Schwarte), Salzkartoffeln, Petersiliensauce und Randensalat. Zum Dessert gibt es eine Art Tiramisu; Apfelkompott vermischt mit Paniermehl, Zimtzucker und Schlagsahne ­– fertig ist die dänische Spezialität Æblekage.

7. Tag | Montag, 19. Juni: Odense – Kopenhagen

Die Koffer werden erst um 9.45 Uhr in den Bus eingeladen, somit kann man sich mit Frühstücken Zeit lassen. Täglich publiziert Werner das Programm vom Folgetag am Bord-Bildschirm; man kann es dort abfotografieren und hat so alle Termine und Treffpunkte stets zur Hand. Ein Blick zum Fenster und es begrüsst uns wieder ein strahlend blauer Himmel.

Gemütlich spazieren wir durch die romantische Ramsherred Strasse zum nur 200 Meter entfernten H.C. Andersen-Museum. Ich bin überwältigt: wir stehen vor einem modernen einstöckigen Bau mit einer aufwändigen Holzkonstruktion. Es wurde vom berühmten japanischen Architekten Kengo Kuma entworfen. Bei der Realisierung wurde er von zwölf weiteren bekannten Künstlern und Architekten unterstützt. Das Gesamtwerk ist eine einzige Wundertüte; an technischen und kreativen Highlights kaum zu überbieten. Mit dem Kopfhörer wandeln wir durch die Räumlichkeiten und wie von Zauberhand wird uns stets die entsprechende Geschichte zu den Objekten erzählt, oft auch musikalisch untermalt. Ein wahres Erlebnis – ich wäre gerne länger in die Welt des grossen Märchenerzählers Hans Christian Andersen eingetaucht, aber unsere Reise geht weiter.

Nach einer Stunde überqueren wir den Grossen Belt über die eindrückliche Storebæltsbroen, mit einer Gesamtlänge von 18 km. Werner macht für uns anschliessend eine Extrarunde, damit wir diese wunderschöne Brücke seitlich fotografieren können. Leider sind nun etwas Wolken aufgezogen und die Fernsicht ist nicht mehr so klar. Kurz vor 14 Uhr fahren wir auf den fast leeren Parkplatz des Wikingerschiffmuseums in Roskilde. Auf einem grosszügigen Gelände werden Schiffe, Bootsbaukultur, maritimes Handwerk vom Altertum und Mittelalter anschaulich und original präsentiert. Die Schiffshalle ist der älteste Teil des Museums. Gerne verweilen wir hier am Roskilde Fjord und lassen es uns auf einer der Terrassen gut gehen, sei es bei einem typischen Fischgericht oder einem Eis. Plötzlich fallen erste Tropfen, aber wir sind nun sowieso wieder mit dem Bus unterwegs.

Von Roskilde nach Kopenhagen sind es noch 40 Minuten. Während der Fahrt erfahren wir über den Lautsprecher einige Eckdaten über Dänemarks Geschichte. Wir erreichen das Hotel an der Vesterbrogade, trotz Feierabendverkehr, ziemlich zügig. Wir logieren unweit vom Tivoli, dem weltberühmten Vergnügungspark mitten in Kopenhagen. Vorsicht ist geboten beim Aussteigen: die Velofahrer fahren in hohem Tempo auf den gut ausgebauten Velowegen. Das Nachtessen mit dänischen Spezialitäten ist heute für alle in unserem hippen Hotel.

8. Tag | Dienstag, 20. Juni: Kopenhagen und Frederiksborg

Unser «Frühstücksslot» dauert von 7.30 – 8.30 Uhr. Da das Hotel gut gebucht ist, macht das Sinn. So ist das Buffet immer schön aufgefüllt. Wir sollen zwar nicht die Bäuche vollschlagen, da wir heute ein richtig typisches Smœrrebrød zum Mittagessen bekommen. Mit Reisführerin Karin erkunden wir Kopenhagen. Sie spricht ausgezeichnet schweizerdeutsch, da sie für 6 Jahre bei uns gelebt hatte. Werner fährt mit uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Karin hat ja so viel zu berichten! Wir freuen uns vor allem auf die «kleine» Meerjungfrau, die tatsächlich sehr klein ist. Da wir relativ früh unterwegs sind, wird die Nixe an der Uferpromenade Langelinie erst von wenigen Touristen belagert.

Wir spazieren von dort zum Schloss Amalienborg, um der Wachablösung beizuwohnen. Beim Nyhavn mit den pittoresken bunten Stadthäusern fotografieren wir nur allzu gerne. Und schon geht die Rundfahrt weiter, vorbei an der Freistadt Christiania in den Stadtteil Margretheholm, wo das etwas verrückte Gebäude «CopenHill» steht. Das Dach der ultramodernen Verbrennungsanlage wird als künstliche Skipiste genutzt. Mit dem Lift hinauf und die spektakuläre Aussicht geniessen, das wäre jetzt mein Wunsch, aber wir haben andere spannende Sachen auf dem Programm. Stattdessen sehen wir das kleinste Hotel am Holmen Nord, das Hafengelände und auch die futuristische Oper direkt am Wasser, die uns ans KKL in Luzern erinnert. Im Restaurant Karla wird uns um zwölf Uhr das angekündigte Smœrrebrød serviert: Heringe, Schweinsbraten fein aufgeschnitten, panierter Fisch mit Dillsauce – als Beilage das bekannte dünn geschnittene Roggenbrot. Als Abschluss gibt es dänischen Käse und Trauben, diese allerdings nicht einheimisch. Ausgezeichnet!

Um 13 Uhr startet der fakultative Ausflug nach Hillerød, etwa 40km nördlich von Kopenhagen. Auf der Küstenstrasse am Öresund fahren wir entlang eleganter Wohnquartiere. Angekommen an unserem Ziel, beim herrschaftlichen Wasserschloss Frederiksborg, führt uns Karin in den weitläufigen Gemächern herum. Es ist das grösste und bedeutendste Bauwerk der nordischen Rennaissance, darin befindet sich auch das Dänische Nationalmuseum. Der Rundgang ist eine Reise durch 500 Jahre dänische Geschichte mit einer Sammlung von Portraits, Gemälden, Möbeln und Kunstgewerbe. Der grosszügig angelegte Park am See lädt zum Spazieren ein. Beim Rückweg in die Hauptstadt nehmen wir die Autobahn und erreichen das Hotel in einer Stunde. Während der Fahrt naschen wir die traditionellen Butterbisquits, die uns Karin aus der Blechbüchse anbietet. Vergeblich habe ich übrigens versucht, solche Biskuits später am Flughafen zu kaufen.

Den Abend gestaltet jeder individuell; zu dritt besuchen wir den weltberühmten Tivoli, gleich um die Ecke. Wir staunen ob der Vielzahl an Attraktionen; Bahnen, Bühnen, Buden und Beizen. Ganz per Zufall kommen wir während dem Nachtessen in einem der lauschigen Restaurants in den Genuss eines Konzerts der kleinen Wachsoldaten. Mit ihren Instrumenten spielen sie ein paar bekannte Musikstücke bevor sie unter frenetischem Applaus weiterziehen. So endet unser letzter Abend stilvoll und «hyggelig»! Dieses typisch dänische Wort wird gerne für gemütlich, angenehm, etc. verwendet – pure dänische Glücksphilosophie halt.

9. Tag | Mittwoch, 21. Juni: Kopenhagen – Zürich

Die Abfahrt zum Flughafen ist auf 11 Uhr geplant. Ich habe also genügend Zeit, nochmals durch die Innenstadt zu schlendern. Nach einer halben Stunde erreiche ich Nyhavn, dort gefällt mir die Atmosphäre am Hafen ganz besonders. Am Ende der Strasse hat man einen Blick auf die sensationelle Architektur der Neuzeit. Vor mir liegt Christiansholm, auch Papierinsel genannt. Das Opernhaus gehört zu den modernsten der Welt. Ausgefallenes, aber vor allem funktionales Design zeichnet die typische Dänische Baukultur aus. Ich kann mich fast nicht sattsehen an den sich im Wasser spiegelnden Gebäuden und vergesse beinahe die Zeit. Über den Strøget, die längste und eine der ältesten verkehrsfreien Einkaufsstrasse Dänemarks, mache ich mich auf den Rückweg. In Versuchung zu Shoppen komme ich nicht, die Läden sind alle noch geschlossen.

Zurück im Hotel hole ich im Zimmer das Gepäck. Im Foyer warten bereits die ersten Mitreisenden, bevor wir etwas wehmütig mit dem Bus zum Flughafen fahren. Ausserhalb der Hauptstadt macht Werner noch einen kleinen Umweg, damit wir einen Blick auf die fast 8km lange eindrückliche Öresundbrücke werfen können. Sie verbindet Dänemark mit Schweden und wurde im Jahr 2000 eröffnet. Auf dem Flughafen begleitet uns Werner und hilft, die Gepäcketiketten auszudrucken. Mit einem herzlichen Applaus bedanken wir uns bei ihm für seinen souveränen Einsatz während der ganzen Reise. Durch die Sicherheitszone gelangen die meisten zügig und somit verbringen wir die lange Wartezeit im riesigen Areal, wo es uns mit den zahlreichen Bars, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten nicht langweilig wird. Müde, aber voller wunderbarer Eindrücke kommen wir etwas verspätet in Zürich an, wo man sich bei der Gepäckausgabe voneinander verabschiedet. Auf Wiedersehen irgendwo und irgendwann!

Die fröhlichen unkomplizierten Schweden und Dänen haben mich begeistert; überall sind sie uns Touristen freundlich und zuvorkommend begegnet. Vorbildlich!

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