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Weinreise in die Westschweiz

25. – 28. August 2022

Die Zusammenarbeit mit Reiseleiter und Weinbaufachmann Toni Ottiger und Twerenbold Reisen AG war ein voller Erfolg! Auf der 1.  Weinfachreise entdeckten 15 Weinenthusiasten in vier Tagen bei schönstem Herbstwetter die Weinregionen am Bieler- und Neuenburgersee sowie in der Waadt und in Genf. Wunderschöne Weinberge, geschichtsträchtige Schlösser, einzigartige Vielfalt an Weinen und hochstehende Kulinarik bewirkten eine ausgezeichnete und ausgelassene Stimmung in der Gruppe.

28. September 2022

Am Bielersee wurden wir in der Pergola der «Vinothek Viniterra» in Twann empfangen und sachkundig durch unsere erste Degustation geführt. Die schattenspendende 120-jährigen Rebe erheischte von uns eine gewisse Ehrfurcht. Nicht weniger eindrücklich war dann die Aussicht über den Bielersee auf der Terrasse des «Les Trois Amis», wo uns einheimischer Fisch zu Wein aus der Nachbarschaft von Sabine Steiner serviert wurde. Bei der folgenden Kellerbesichtigung mit Weinprobe im Park des «Château d’Auvernier» hat uns der Besitzer in 15. Generation, Herr Henry Grosjean, die 400-jährige Geschichte des Schlosses und die weitherum bekannten Weine vorgestellt. 

Den Abend verbrachten wir im gediegenen «Hotel Beau-Rivage» am See in Neuenburg, wo wir auch logierten.

Am zweiten Tag folgen wir dem Römerweg von La Sarraz bis Eclépens und wurden dort auf dem «Schloss d’Eclépens» mit dem ältesten bekannten Weinberg der Schweiz empfangen – und dies sehr charmant, nämlich von François de Coulon und seiner Partnerin Daria Tolstoi, Urenkelin von Leo Tolstoi. Die Geschichte des Weinbergs ist durch eine Urkunde aus dem Jahr 814 belegt, welche dem Sohn Karls des Grossen überreicht wurde. Dadurch erfährt man, dass der Burgunderkönig in Eclépens Reben besass. Die Weine sind allesamt sehr sorgfältig ausgebaut und bieten höchsten Genuss. Die traditionellen Sorten Gamay und Pinot Noir werden ergänzt mit den modernen Sorten Gamaret, Garanoir und Cabernet Jura.

Der kurze Weg bis nach Echichens oberhalb Morges führte uns anschliessend zum «Weingut Henry Cruchon». Der Betrieb wird durch die nachrückende Generation von vier Töchtern repräsentiert, angeführt von Caterine Cruchon, welche sich für die Weinbereitung verantwortlich zeichnet und kürzlich von der Weinzeitschrift Vinum zu den 25 herausragenden Persönlichkeiten der Schweizer Weinwirtschaft erkoren wurde. Sie hat uns empfangen und mit leidenschaftlichen Worten ihre Betriebsphilosophie, die Herausforderungen im Rebberg wegen der Klimaerwärmung und ihre Weine kommentiert. Ein wahrer Genuss, der engagierten Frau zuzuhören.

Auf der Fahrt nach Genf konnten wir die Eindrücke setzten lassen, und dann auf einem Stadtrundgang ergänzen. Die Geschichte der Reformation ist hier bis heute spür- und sichtbar, und diese Epoche im 17. Jahrhundert löste damals die Einwanderung von Religionsflüchtlingen aus Frankreich und Italien aus, die als erfolgreiche Wissenschaftler, Fabrikanten und Händler ihren erworbenen Reichtum auch in ebendiese heute noch landschaftsprägenden Schlösser und Herrenhäusern investierten.

Ein Höhepunkt war dann das Diner bei «Philippe Chevrier im Domaine du Châteauvieux» in Satigny. Seit Jahrzehnten kocht er auf höchstem Niveau und führt 19 Gault Millau-Punkte.

Nach guter Erholung an der ruhigen Lage des Châteauvieux starteten wir erwartungsvoll in den dritten Tag. In Jussy auf dem linken Ufer der Rhône besuchten wir das «Domaine Château-du-Crest», welches in Besitz der im 17. Jahrhundert eingewanderten Adelsfamilie Micheli ist. Die Ländereien und Weinberge werden seit 1985 vom Luzerner Joseph Meyer bewirtschaftet, welcher uns persönlich empfing und durch den Betrieb führte. Mit den riesigen Getreidefeldern von über 200 ha, den über 20 ha Weinbergen und den grossen Stallungen ist das Domaine Château-du-Crest einer der grössten landwirtschaftlichen Betriebe der Schweiz – und zudem sehr erfolgreich. So werden rund 80 % der Weine in der Region abgesetzt, und die auf Stroh grossgezogenen Schweine von Jussy sind die Stars in vielen Genfer Restaurants.

Den Nachmittag verbrachten wir dann auf dem wohl grössten Weinschloss der Westschweiz, dem «Château de Vullierens». Die ausgedehnten Parkanlagen mit einer Vielzahl an mächtigen Bäumen und Skulpturen sind sehr beliebt, nicht zuletzt auch wegen der Gartenanlage mit über 400 Liliensorten auf über 2 ha, welche im Sommer die Anlage in ein Blumenmeer verwandeln. In den Weinbergen werden 5 Rebsorten angebaut, und von der «Firma Hammel in Rolle» zu sieben Weinen ausgebaut. Die fachmännisch geführte Weinprobe im Schlosskeller konnte uns von der Qualität der ausgezeichneten Weine überzeugen. Die Firma Hammel hat ein Portfolio von über 15 Domaine und Châteaux mit prestigeträchtigen Gewächsen und gehören zur Spitze der Schweizer Weine.

Das Abendprogramm war gekennzeichnet durch einen interessanten Kontrast zwischen der äusserst edlen Bleibe im «Trois Couronnes» in Vevey und dem Nachtessen in Form eines Fondues im mystischen Restaurant «Les 3 Sifflets», wo das Moitié-Moitié mit Guisan-Marsch und Schweizerfahne serviert wird – einfach legendär. Die unumgänglichen Verteilerli konnten wir dank dem milden Abend auf der Hotelterrasse am See geniessen.

Der Sonntag und Heimreisetag führte uns ins Chablais zum «Château Maison Blanche» in Yvorne an prächtiger Lage. Hier wächst vor allem der Chasselas, welcher auf den einzigartigen Böden typisch mineralisch, rassig und kräftig gerät, und welcher gut altern kann. 
Die Rückfahrt über den Col du Pillon endete auf der Nordseite der Alpen in Spiez. Wieso also nicht noch diesen historischen Ort mit den Spiezer Weinen besuchen, immerhin schliesst dieser Berner Weinberg den Kreis unserer Reise, welche am Bielersee begonnen hatte. Ursula Irion persönlich stellte uns den Rebberg und den Weinkeller im altehrwürdigen Schloss vor, und sie kommentierte die aussergewöhnlichen Gewächse des alpinen Terroirs sehr treffend. Die Lage am See und die Nähe der Berge spenden genügend Frische, damit fruchtbetonte und knackige Weine entstehen können. Nicht verwunderlich, dass der Riesling Silvaner 2021 als schweizweit Bester der Sorte aus dem Grand Prix du Vin Suisse hervorging.

Die Feinverteilung der Gäste an ihre Ausstiegsorte nahm dann wegen der sonntäglichen Überlastung der Strassen etwas mehr Zeit in Anspruch als geplant. Aber die kompetente und ruhige Arbeit unseres Chauffeurs Paul Schmid liess keine Unruhe aufkommen. Auch dank seiner sicheren und kundenfreundlichen Begleitung ist die Reise gelungen. An dieser Stelle gebührt auch dem Team von Twerenbold ein grosses Dankeschön für die tadellose Organisation.

 

Toni Ottiger

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