Wir sind ein Team

Karim Twerenbold leitet in vierter Generation die Geschicke von Twerenbold. Seine Mutter Nazly unterstützt ihn dabei, wo sie kann. Für beide ist der enge Kundenkontakt und der grosse Zusammenhalt in der Familienunternehmung enorm wichtig. Ganz im Sinne der Tradition.

Nazly, Sie kommen aus Ägypten, haben dort auch Werner Twerenbold kennen gelernt und sind 1983 in die Schweiz gekommen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Nazly Twerenbold: Ich bin in der Schweiz herzlich empfangen worden und habe mich rasch eingelebt – auch indem ich meinen Mann im Geschäft unterstützt habe, wo ich konnte. So habe ich beispielsweise Reisen auf einem seiner ersten VIP-Busse begleitet. Der Luxuscar war die Attraktion. Später, als wir Reisen nach Ägypten anboten, habe ich in Baden Flyer verteilt.

Firma und Familie sind für Sie offensichtlich eng miteinander verbunden?

Nazly Twerenbold: Ja, während meinen ersten Jahren in der Schweiz wohnten wir in Ennetbaden sogar noch im Haus, wo die Büros und die Garagen waren. Wenn wir von Reisen zurückkamen, ging Werner jeweils als Erstes ins Büro. Gleichzeitig pflegten wir aber auch den Familienkontakt sehr. Am Sonntag traf man sich zum Essen bei den Eltern, Weihnachten war heilig und immer ein tolles Familienfest.

Karim Twerenbold: Das gemeinsame Mittagessen zu Hause war meinen Eltern und mir sehr wichtig. Während meiner Schulzeit trafen wir uns regelmässig zu Mittag. Dabei habe ich auch viel vom Unternehmen mitbekommen, weil es häufig Gesprächsthema am Tisch war. Diese Tradition möchte ich unbedingt fortführen, wenn ich selber eine Familie habe.

Inwieweit haben Sie das Unternehmen mitgeprägt, Nazly?

Nazly Twerenbold: Ich durfte an der Seite von Werner eine unglaublich dynamische Entwicklung miterleben und war bei allen Schritten mit dabei. Oft fragte mich Werner um Rat, gerade bei Personalfragen. Wir haben viel geteilt, ich war nicht nur seine Frau, ich war Vertrauensperson. Wir waren immer ein gutes Team. Und heute stehe ich meinem Sohn zur Seite, wenn er mich braucht. Und ich versuche, möglichst oft mit Kunden auf unseren Schiffen unterwegs zu sein.

Sehen Sie die Schiffe auch ein Stück weit als Ihre «Kinder»?
Bei den meisten stammt ja das Interior Design von Ihnen.

Nazly Twerenbold: Die Einrichtung der Schiffe ist eine Herzensangelegenheit, eine Aufgabe, die mir liegt und mir Freude bereitet. Besonders schön ist es, zu sehen, wie sich die Gäste im Ambiente der Schiffe wohlfühlen. Eine tolle Anerkennung und Bestätigung meiner Arbeit war, als die Fachwelt die Excellence Princess im November 2015 an den Kreuzfahrt Guide Awards zum Flussschiff des Jahres kürte.

Wie erlebten Sie, Karim, das Familienprojekt «Princess»?

Karim Twerenbold: Mit der Princess verbinde auch ich starke Emotionen. Nicht nur wegen dem Erfolg und der Eleganz des Schiffes, sondern vor allem auch, weil es das erste und gleichzeitig auch letzte Schiff war, an dem wir alle drei gearbeitet haben – mein Vater, meine Mutter und ich. Wenige Wochen nach der Auszeichnung der Princess ist mein Vater verunfallt. 2015 war ein intensives Jubiläumsjahr, welches sehr tragisch endete.

Was empfinden Sie, wenn Sie daran zurückdenken, Nazly?

Nazly Twerenbold: Werner hat uns viel zu früh verlassen. Er verstarb auf einem absoluten Höhepunkt in seinem Leben. Er konnte alle seine Ideen und Vorstellungen, die er schon früh in den 1980er-Jahren klar vor seinen Augen hatte, umsetzen. Das gibt mir einen gewissen Trost.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie in die Zukunft?

Nazly Twerenbold: Wir sind heute eines der ältesten Familienunternehmen im Tourismus in der Schweiz. Breit aufgestellt, unabhängig, fair im Umgang mit unseren Mitarbeitenden, unseren Partnern und nahe bei unseren Gästen. Zu unserem Unternehmen gehören ganz unterschiedliche Marken, die alle ihre Stärken haben. So hatte sich das Werner immer vorgestellt.

Karim Twerenbold: Wir bewegen uns weiter, ganz im Sinne unserer Firmenphilosophie. Wir flexibilisieren unsere Produkte, erweitern die Angebote. Unsere Excellence-Schiffe setzen Massstäbe auf Europas Flüssen. Brandneu sind unsere strategischen Kooperationen im digitalen Bereich. Angebote sind individuell, rasch und einfach buchbar, bei Bedarf mit Beratung am Telefon oder im Live-Chat. Wir bleiben unserem Motto treu: innovativ aus Tradition.

Gibt es auch Neues aus der Familie zu berichten?

Nazly Twerenbold: Ich habe seit wenigen Monaten eine tolle Schwiegertochter. Ich freue mich sehr.

Herzlichen Glückwunsch! Wird sich somit eine weitere Frau im Familienunternehmen engagieren?

Karim Twerenbold: Meine Frau Andrea kennt den Tourismus insbesondere aus ihrem Hotellerie-Studium. Ob und wie sie sich im Geschäft einbringen will und wird, ist völlig offen. Wir lassen das auf uns zukommen.

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