Von Flamingos und Gewittern in Sardinien

Ein letztes Mal war unsere Veloreisen-Testerin, Brigitte Langhart, im Auftrag der Qualität für uns unterwegs. Dieses Mal in Sardinien. Die achttägige Velo-Etappenreise führte sie zusammen mit einer gutgelaunten Gruppe von Velofahrerinnen und Velofahrern durch abwechslungsreiches Terrain. Erfrischt vom Bad im tiefblauen Meer, verwöhnt von sardischer Gastfreundschaft, erstaunt über Flamingos im Sumpfsee und überrascht von einem plötzlichen Wetterwechsel erlebt sie eine Woche voller Highlights...

Bericht von Brigitte Langhart

22. – 29. September 2017, Sardinien

Reiseprogramm und Busfahrt

Soll ich Ihnen etwas verraten? Meine letzte offizielle Tour als Veloreisetesterin geniesse ich auf dem E-Bike – deshalb können mich Begriffe wie hügelig und steiler Anstieg im Reiseprogramm nicht einschüchtern. Ich freue mich enorm diese Mittelmeerinsel kennenzulernen. Gespannt bin ich bereits auf die Anreise und hoffe, dass die Überfahrt mit der Fähre von Genua nach Porto Torres (Nordwesten Sardiniens) in ruhigen Gewässern stattfinden kann. Beim Packen ist es dieses Mal wichtig, dass wir ein Handgepäck vorbereiten (inklusive Velobekleidung für den Folgetag), da wir die erste Nacht auf der Fähre übernachten. Das erübrigt dem Chauffeur ein unnötiges Aus- und Einladen der Koffer. Hier gehts zum detaillierten Tagesbericht.

Fähre

Sprachlos stehen wir vor der Fähre in Genua; riesig ist das Gefährt, das uns an ein Kreuzfahrtschiff erinnert. Wir staunen auch über die Organisation – tiptop. Die Kabinen sind sauber und zweckmässig eingerichtet. Am Morgen werden wir durch den Lautsprecher geweckt und man hat genügend Zeit für ein Frühstück. Viele möchten aber den Sonnenaufgang nicht verpassen und stehen um 7 Uhr bereits an Deck. Wow!

Die Fähre für den Rückweg, von Olbia nach Livorno, ist sogar noch etwas moderner. Auch hier verläuft die nächtliche Überfahrt reibungslos.

Hotels und Mahlzeiten

Das Hotel, in dem wir die ersten zwei Nächte verbringen, steht im reizenden Städtchen Oristano, im Nordwesten von Sardinien. Es ist geschmackvoll und elegant eingerichtet. Das Essen im separaten Saal ist typisch italienisch und wird charmant serviert. Unter den Weinliebhabern wird eifrig über die besten sardischen Weine diskutiert. Jeden Abend wählen die Kenner demnach den passenden Tropfen zum Nachtessen.

Das zweite Hotel dei Pini ausserhalb Alghero ist an einem prächtigen Strand gelegen und lädt zum Sonnenbaden ein. Den freien Mittwochnachmittag nutzen wir gerne zum Baden und Relaxen am tiefblauen Meer. Am Abend wird uns jeweils ein Dreigangmenu serviert. Damit das reichhaltige Essen nicht zu viel ansetzt, darf im Foyer gerne das Tanzbein geschwungen werden. Oder man gönnt sich ein „Verteilerchen“ an der exklusiven Bar. Mittagessen dürfen wir zweimal in einem Agriturismo einnehmen – fantastisch! Die Gastfreundschaft und die reichhaltigen Antipasti in einfacher, aber ehrlicher sardischen Umgebung gefallen uns sehr.

Chauffeur & Reiseleiterteam

Chauffeur Georg kenne ich bereits von einer anderen Reise. Er ist zuverlässig und effizient – wir staunen, wie zielsicher er durch Italien kurvt. Auch das Verladen auf der Fähre meistert er mit Bravour. Kompliment! Die Guides Jakob, Christian und Peter sind ein tolles Team. Bereits im Bus ist alles perfekt organisiert; sogar einen Kaffeeservice bieten Jakob und Christian an.

Die letzten zwei (velofreien) Tage unserer Reise ist Peter alleine für uns und zuständig. Von Jakob und Christian verabschieden wir uns in Alghero (sie werden die nächste und letzte Sardinien-Velogruppe des Jahres willkommen heissen).

Velogruppen und Routen

Wir fahren mit zwei sportlichen und einer gemütlichen Gruppe. Jakob übernimmt die gemütliche Gruppe. Obwohl gemütlich nicht ganz korrekt sei, wie Jakob schmunzelnd meint… Lediglich die Tagesdistanzen seien etwas kürzer – das Tempo sei dank der E-Bikes fast identisch. Ich teste mich wiederum durch alle Gruppen und kann das bestätigen. Bei dieser Reise muss man sich bewusst sein, dass die Touren über viele unbefestigte Strassen und Wege führen und man ab und zu so richtig durchgeschüttelt wird. Abseits der Strassen gibt es jedoch so viel Natur und das urchige Sardinien zu sehen, dass man das gerne in Kauf nimmt – ich zumindest.

Mein Fazit

Wir sind uns einig: Diese Veloreise war einfach zu kurz! Nach den vielen Eindrücken auf der westlichen Inselseite fahren wir in den Osten – an die Costa Smeralda und nach Olbia (von wo aus uns die Fähre nach Livorno bringt). Zu gerne hätten wir uns nochmals auf unsere Sättel geschwungen und auch den Osten mit dem Velo erkundet, bevor es zurück in die Schweiz geht.

Diese Reise empfehle ich für

Reisende, die eine abwechslungsreiche Tour mögen und auch mit verschiedenen Übernachtungsorten gut zurechtkommen, sind mit dieser Reise perfekt bedient. Karge und fruchtbare Landschaften, die Sonne und dieses wunderbare Meer, das fantastische Essen, die fröhlichen und sehr höflichen Sarden – einfach genial!

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